Was ist Urban Gardening?


Urban Gardening steht für das Betreiben von Landwirtschaft in städtischer Umgebung. Die Idee einer urbanen Gartenanlage ist jedoch keine Erfindung der Neuzeit. Gärten inmitten von Wohnhäusern und Geschäften gab es bereits in der Antike sowie im Mittelalter. Die derzeitige Urban Gardening Bewegung begann in den Siebziger Jahren in New York und Cuba. Diese Community Gardens stehen für die Selbstversorgung mit landwirtschaftlichen Produkten der Betreiber.
Des Weiteren wirkt sich Urban Gardening positiv auf das jeweilige Stadtbild aus, stellt sich üblichen Lebensmodellen entgegen und verbindet soziale, künstlerische sowie ökonomische Aspekte miteinander.



In den USA und Europa entstanden im Laufe der Zeit unterschiedliche Gartenmodelle, bei welchen der Fokus auf der Stadtverschönerung sowie der sozialen Interaktion der Beteiligten liegt.
Es entwickelten sich Ideen für mobile Gartenanlagen, wie beispielsweise bei Rosa Rose e.V. Hier wird Saatgut ausschließlich in Kübel oder alte Badewannen gesetzt, um eine unkomplizierte Versetzung der Anlage zu garantieren.

Manche Stadtgärtner, wie z.B. die Prinzessinnengärten oder Rosa Rose e.V., legen ihren Garten komplett mobil an und pflanzen ihr Gemüse in Blumenkübel, Säcke oder alte Badewannen, um jederzeit umziehen zu können. Recycling statt Hightech, Kreativität statt Professionalität, lautet das Motto.

Die sogenannten Community Gardens werden im Regelfall von bestimmten Gruppen genutzt, wie Schulen, Gemeinden oder kirchlichen Vereinigungen. Die kollektiv betriebene Arbeit an Beeten und auf Feldern soll hier den Gemeinschaftssinn fördern und den Zusammenhalt der Gruppen stärken.

Die Idee von interkulturellen Gärten ist voranging eine Begegnung von Menschen unterschiedlicher Herkunft zwecks Austausch und Annäherung an fremde Kulturen. Diese Gärten fungieren also auch als Zufluchtsorte und therapeutische Stätten.

Als eine Art von Urban Gardening können auch Kinderbauernhöfe und City Farms angesehen werden. Neben dem Halten von Nutztieren wird hier auch Obst und Gemüse selbst angebaut. Diese Anlagen haben sich auf diverse Mitmach-Aktionen für Kinder spezialisiert. Vor Allem in der Großstadt Berlin findet dieses Konzept großen Anklang.

Gemeinschaftlich nutzbare Gärten verleihen dem öffentlichen Raum Lebendigkeit und stellen einen Ort für soziale Interaktion, Austausch und Begegnungen dar. Gärtnerisches Wissen und unterschiedliche Erfahrungen können bei gemeinsamer Feldarbeit ausgetauscht werden. So wächst im Idealfall mit den Pflanzen auch der Zusammenhalt der Beteiligten und eine Gemeinschaft entsteht. Brach liegende Flächen und weniger schöne Stadtteile werden zudem auch optisch aufgewertet. Außerdem entwickeln sich durch Urban Gardening neben Begegnungsstätten für Nachbarn aus verschiedenen Kulturkreisen Lernorte für Grundschulkinder und Jugendliche.

Urbane Gärten stehen zudem für eine Art von Minimodell zukünftiger Städte, in welchen die Selbstversorgung mit angebauten Nahrungsmitteln und das Leben in urbaner Umgebung fester miteinander verbunden werden sollen. Die urbane Landwirtschaft schont die Umwelt. Grünflächen inmitten städtischer Gebiete verbessern außerdem die Luft, werten das Stadtbild auf und sorgen so für mehr Lebensqualität. Landwirtschaftlich und gärtnerisch nutzbare Flächen sollen letztendlich ein fester Bestandteil in der zukünftigen Städteplanungen und deren Entwicklung sein.